Laudatio zur Vernissage am 15.05.2002

Laudatio

Doris Harder, Friedrichstr. 44, 78467 Konstanz 
Vernissage am 15.05.2002 um 19 Uhr in Kippenhausen 

Wir freuen uns sehr, daß Sie liebe Freunde an dem wichtigen Abend, der ersten Vernissage von Frau Renate Dullenkopf-Huber hier anwesend sind. Ich begrüße Sie sehr herzlich. 

Gemeinsam wollen wir die farbenfrohen, kraftvollen und aufwändig bearbeiteten Bilder betrachten und auf uns wirken lassen. 

Für mich persönlich eine Reihe von farbsatten Bildern voller Lebensfreude. Wir können die emotionale Gestimmtheit und die existentielle Verfassung der Malerin in den Bildern spüren – sofern wir das wollen. 

Die Bilder können unsere eigene Befindlichkeit spiegeln, z.B. je nachdem, ob wir die Farben wärmer oder kühler empfinden oder wir die Gestaltung auf uns wirken lassen. Die Kompositionen und Formen können unser Harmoniegefühl wohltuend ansprechen oder auch Ablehnung und Aggression hervorrufen. 

Das ist gut so, weil wir dann bei uns selber sind und uns fragen können, was ist das gewisse Etwas das meinem Auge, das meinem Gefühl entgegenkommt und Andererseits: Warum hat diese Farbe oder Form keinen Platz in meinem Inneren? 

Meine Frage an die Malerin: Wie geht es Ihnen während des Malprozesses? Was erleben Sie vor der leeren Leinwand, auf dem Weg und im Endspurt? 

Da kam folgende Erläuterung: Wenn ich mit dem Malen eines Bildes beginne, so freue ich mich auf den spannungsreichen Prozeß des Malens. Die Auseinandersetzung mit den Farben, diese auszuhalten und durchzuhalten, sich zu disziplinieren und zu kritisieren, mutig zu sein und am Schluß ein wenig Stolz auf das Ergebnis zu sein, das ist die Quintessenz, das Salz in der Suppe. 

Diese dynamische Bewegung des Malprozesses und die innere Gewißheit, das ist der richtige Weg in meiner Biographie im Hinblick für die nächste Zukunft, sie gibt unheimlich Kraft. 

Unser Wunsch ist, daß Sie, liebe Freunde etwas davon in den Bildern spüren, daß Sie etwas berührt – daß Sie die Farbkraft und Formkraft annehmen uns sich daran erfreuen können. 

Der Hintergrund und die besondere Qualität der grafischen Bilder der Malerin ist deren gute Ausbildung als Technische Zeichnerin und die frühe Ermunterung zur Kreativität durch die Eltern. Sie hat eine hervorragende Bildvorstellung, eine gute Intuition und Spontaneität. Außerdem Fähigkeit und Bereitschaft zum Perspektivischen das eine Tiefendimension hervorruft. 

Die geometrischen Formen haben Tiefe und sehr schöne Farbakkorde. Bei längerem Hinsehen können sie dreidimensional gesehen werden. In ihrer Formvielfalt sprechen sie in uns Urformen im Gehirn an, die jeder Mensch egal welcher Herkunft in sich gespeichert hat. 

Diese Art Malerei ist deshalb so interessant, weil sie bei Frau Dullenkopf-Huber aus Begabung und aus dem Unbewußten entsteht, hier also die Beherrschung irgendeiner „Technik“ ohne Belang ist. Die Reihenfolge der vier Grundfarben zeigt eine Vorherrschaft des Roten, also des Gefühls. Das Blau, die Farbe der Denkfunktion, hält Balance. Wir sehen ein helles Gelb aufblitzen, eine für die Malerin ichnahe Farbe, die bewußte Klarheit versinnbildlicht. Die Farbe Grün kündet von Hoffnung und Wachstum. 

Das Malen ist Ihr im positiven Sinne ein oft einsames aber auch freudiges Tun. Ich glaube, allein die leuchtenden Farbvariationen in Ihren Bildern sind der Vorhof zur Kommunikation mit dem Gegenüber, zum Beispiel mit Ihnen liebe Besucher. 

Die Anwesenden und ich hoffen, daß Sie liebe Frau Renate Dullenkopf-Huber weiter malen werden, Neues schaffen und schöpfen, und uns Gelegenheit geben, ein Bild käuflich erwerben zu dürfen. 

Mit diesem Schlußwort eröffne ich die Vernissage und wünsche allen viel Vergnügen.

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